Kirche

 

Unsere Kirche, hier ist alles auch graphisch schön aufbereitet und mit Fotos versehen.

 

Unser Kirchengebäude von außen

Loga ist ein Ort mit langer Tradition und alter Geschichte. Die Menschen haben seit der Steinzeit diese Geestkuppe am nordwestlichen Rand des Leda-Jümme-Urstromtals genutzt. Sie ragt bis zu 10 Meter über Normalnull auf und bot so zu allen Zeiten Schutz vor Überflutungen.

Erwähnt wurde Loga erstmals in dem im 10. Jahrhundert geschriebenen Grundbesitzregister des Klosters Wehrden an der Ruhr.

Mit der Bildung eines Klosterhofes in Loga wird auch die Gründung einer klösterlichen Eigenkirche erfolgt sein. Die heutige Kirche ist ein im Kern noch aus dem 13. Jahrhundert stammender romanischer Saalbau.

Das hohe Alter der Kirche lässt sich gut am Mauerwerk mit den wuchtigen Handstrichsteinen im Klosterformat ablesen.

Die ursprünglich schmalen hoch angesetzten Fenster wurden später zugesetzt und auf beiden Langseiten große Rundbogenfenster eingebrochen.

Im 15. Jahrhundert wurde der Chor angebaut. Er verlängert das Kirchenschiff nach Osten in der ganzen Breite um 5,5 Meter. Die Datierung 1472 auf einem Backstein (kopfstehend) über dem zugemauerten Nordportal könnte dafür sprechen. Das Datum ist allerdings nicht genau lesbar.

An der Nordseite ist noch der ehemalige romanische Eingang der Kirche zu sehen.
Auf der Südseite sind Spuren eines ehemaligen Anbaus zu erkennen.
Das Mauerwerk der Kirche war rot überschlemmt, einerseits um das Mauerwerk zu schützen, andererseits um Spuren von Umbauten zu überdecken. Diese Rotschlämmen sind häufig in Ostfriesland zu finden. An dieser Kirche ist einzigartig, dass diese Schlämme noch so großflächig erhalten ist.

Wie üblich in dieser Gegend befand sich in geringer Entfernung zur Kirche der freistehende Glockenturm. Er wurde 1839 abgebrochen.

Der heutige hohe Westturm ist das Werk der Baumeister H.T. und G.D. Hinrichs von 1842-43. Er gleicht mit seiner sich nach oben verjüngenden Form einem Leuchtturm. Der ehemalige Abschluss des Turmes mit offener Holzlaterne und Rundkuppel (vgl. die Kirche in Ditzum) wurde baufällig und durch einen spitzen Turmhelm ersetzt. Dabei ist 1875 in Anlehnung an den neugotischen Umbau der Evenburg unter dem Dach ein stark auskragendes Backsteingesims zusätzlich gebaut worden. Es dient als Unterbau für eine offene Galerie mit einem neugotisch gestalteten Gusseisengeländer. Den Abschluss des Turmhelmes bildet eine vergoldete Kugel und eine Wetterfahne aus einem geschmiedeten Ring mit einem nach oben weisenden Pfeil.

Im Turm hingen einst zwei Glocken, die mit denen der lutherischen Kirche in Loga zu vierstimmiger Resonanz abgestimmt waren.
Zwei Weltkriege forderten ihren Tribut. Im ersten Weltkrieg musste die kleine Glocke zum Einschmelzen abgeliefert werden, im zweiten Weltkrieg die große.
Schon 1920 wurde die kleine Glocke durch eine neue Bronzeglocke ersetzt und durch die Gebefreudigkeit der Einwohner von Loga konnte auch eine neue große Eisenhartgussglocke von der Glockengießerei Wilhelmshütte gegossen werden.
Die Inschrift auf der Glocke lautet: „Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch.“
Die 58 Zentner schwere Glocke erklang zum ersten Mal Weihnachten 1958.
Diese Glocke ist inzwischen abgängig und soll in absehbarer Zeit – im Rahmen einer kompletten Turmsanierung – durch eine neue Bronzeglocke ersetzt werden.

Der Friedhof um die Kirche wird seit 1880 nicht mehr genutzt. Der jüngste Grabstein neben der Kirche ist aus dem Jahr 1878.

Die Kirchensprache der Reformierten orientierte sich einst an der niederländischen Sprache. Viele Grabinschriften sind in Niederländisch gehalten.

Unser Kirchengebäude von innen

Wenn man die Kirche durch die Turmhalle betritt, blickt man in den schlichten lichtdurchfluteten Saalbau des Langhauses, der von einer Balkendecke abgeschlossen wird.
Der schlichte Innenraum entspricht reformiertem Verständnis mit dem Verzicht auf einen Altar und auf Kreuzesdarstellungen oder Bilder im Kirchenraum (Umsetzung des Bilderverbotes des 2. Gebots im Dekalog).

Der Chor mit seinem 5/8 -Schluss weist ein Kreuzgewölbe mit dünnen Bandrippen auf.


Im Chorraum wird seit alters her das Abendmahl gefeiert. Die einladende Anordnung des großen Tisches und der Stühle lassen den Charakter einer wirklichen Tischgemeinschaft deutlich werden.

Über dem Abendmahlstisch hängt an einem Hakengestänge, noch mit Wachskerzen bestückt, ein massiver Messingkronleuchter. Sein prachtvoller Knauf mit doppeltem Löwenantlitz trägt eine umlaufende Inschrift, welche erzählt, dass Aiet Haikens und Meta Tammena im Jahre 1690 der Kirche den Kronleuchter geschenkt haben.

Im Jahr 1966 ist der Innenraum der Kirche umgestaltet worden. Das alte Gestühl wurde durch eigenzeitliches Gestühl ersetzt. Die bei Renovierungsarbeiten im Chor freigelegten Mauernischen dienten vor der Reformationszeit vermutlich zur Aufbewahrung von Reliquien oder sakralen Gebrauchsgegenständen.
Die von Ahrend und Brunzema 1969 gebaute Orgel auf der Empore verfügt über neun Register, 534 Pfeifen, ein selbständiges Pedal und eine Koppel vom Hauptwerk an das Pedal, so dass das Pfeifenwerk vom Hauptwerk auch im Pedal erklingen kann.
Sechs Orgelbauer waren ein halbes Jahr mit dem Bau des Instrumentes befasst.

Während der Renovierungsarbeiten 1966 wurde die ehemalige Bemalung der Kirchenwände aus dem 15. Jahrhundert mit Szenen der Passion Christi unter dem Anstrich festgestellt. Die Bemalung wurde nicht erhalten.

An der inneren Südseite der Mauer des Kirchenschiffs befindet sich noch heute eine schwarze Marmorplatte, die von der letzten Ruhestätte des Oberst und Freiherrn von Ehrentreiter erzählt. Darüber das Wappen, ein Schild mit einem Pferd und einem Burgtor (siehe dazu auch die Schautafel zur Gruft).

Die Kanzel, aus massivem Eichenholz gebaut, besticht durch ihre schlanke, fast zierliche Form. Über dem sechseckigen Predigtstuhl ist der Schalldeckel in Form einer Krone gebildet. Am Schalldeckel findet sich eine Inschrift, die auf die Stiftung der Kanzel hinweist: „Dese Kroon en Predikstoel is gegeven van Geert Carsjens en Aafke Aeyelts Groenevelds Echtelieden.“

Angefertigt wurde die Rokoko-Kanzel 1778 von Yochim Caspers Hessenius. Sie ist ausgeschmückt mit reicher, aber ausgewogener Ornamentik. Die stilisierten Reben und Trauben eines Weinstocks weisen auf das Wort Jesu hin: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh. 15)

Ältester Einrichtungsgegenstand der Kirche ist das romanische Taufbecken aus Bentheimer Sandstein. Die sonst üblichen Ornamente und das Podest mit Tragelöwen wurden entfernt.

Das halbkugelartige Becken von etwa 70 cm Durchmesser hat schon seine Dienste getan, als die Kleinstkinder zur Taufe noch ganz in das mit Wasser gefüllte Becken eingetaucht wurden.

Im 19. Jahrhundert wurde es ersetzt und diente in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in einer Logaer Schmiede als Kühlbecken, bis es nach dem 2. Weltkrieg wiederentdeckt und in die Kirche überführt wurde.

Bei Renovierungsarbeiten in den Jahren 2014/15 ist die Gruft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, die Turmhalle wurde renoviert und ein Notausgang an der Nordseite der Kirche geschaffen.

(Maria Penning)